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Wie Vermögensverwalter von steigender Regulierung als Haftungsdach profitieren will

Wie Vermögensverwalter von steigender Regulierung als Haftungsdach profitieren will

Für das Jahr 2018 erwartet Markus Weissörtel, Geschäftsführer der WSS Vermögensmanagement in Linz, dass das Thema Vermögensberatung über die klassischen Vermittler an Bedeutung verliere.

„Die Vermögensverwaltung wird entsprechend an Bedeutung gewinnen - das liegt zum einen auch an der Digitalisierung und auch an der notwendigen Einordnung der Kunden in ein Risikoprofil“, so Weissörtel im Gespräch mit Citywire Deutschland. Die individuelle Vermögensverwaltung werde deutlich mehr nachgefragt werden.

„Aufgrund der regulatorischen Pflichten agieren viele Berater oder Wertpapierdienstleister heute als Vermögensberater aber vermitteln dann an Vermögensverwaltungen weiter - diese können deutlich transparenter agieren, was zum einen von den Regulierern gefordert und zunehmend aber auch vom Kunden verlangt wird“, betont Weissörtel.

So habe sich die Anzahl der Vermögensverwalter in Österreich seit dem Anstieg der regulatorischen Anforderungen etwa halbiert. Nach Einschätzung von Weissörtel benötige man inzwischen gut zehn Personen im Unternehmen, um alle Auflagen und Compliance-Richtlinien bewältigen zu können. Dementsprechend habe die WSS vor zwei Jahren neben ihren Vermögensverwaltungs-Geschäften auch die Dienstelistungen eines Haftungsdachs gestartet.

Haftungsdach als Wachstumstreiber

„Vor zwei Jahren haben wir eine verstärkte Nachfrage solcher Dienstleistungen eines Haftungsdaches aufgrund regulatorischer Anforderungen innerhalb der Branchen in Österreich wahrgenommen“, erinnert sich Weissörtel. Auch im Laufe des Jahres 2017 sei eine erneute Nachfragewelle aufgekommen– unter anderem ausgelöst durch MiFID II.

Für die WSS seien die Vorteile des Haftungsdach-Geschäfts für beide Seiten deutlich. Die WSS agiere stark regional in Oberösterreich, Ried, sowie Linz und Umgebung. „Wir haben alle unsere Partner in der Gegend, wodurch wir Informationen besser austauschen und sogar Veranstaltungen und Marketing-Initiativen mit unseren Geschäftspartnern umsetzen können - zudem können die Berater ihren Kunden unter dem Haftungsdach die Dienste der Vermögensverwaltung direkt anbieten – was zuvor nicht der Fall war.“

Aktuell befinden sich unter dem Haftungsdach der WSS sechs Partner. Was die Volumengrenze nach oben betrifft sei das Unternehmen im Grunde offen. „Generell hängt so etwas auch davon ab, welche Art der Vermögensverwaltung notwendig oder gewünscht ist – umso individueller, desto aufwendiger – dann wäre ein höheres Volumen schon Voraussetzung“, erklärt Weissörtel.

Insgesamt verwaltet die WSS nach eigenen Angaben aktuell rund €350 Millionen Assets, wovon etwa €60 Millionen durch das Haftungsdach zustande gekommen sind.

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