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Absolute Return 2.0 oder die Suche nach der Renten-Alternative

Absolute Return 2.0 oder die Suche nach der Renten-Alternative

Aktuell hat man das Gefühl, dass die Suche nach ertragsversprechenden Alternativen auf der Anleihenseite schon fast verzweifelte Ausmaße annimmt. Aber sie scheinen gefunden zu sein, die stetigen Erfolg versprechenden Rentenkonzepte für das aktuelle Umfeld. Und sie haben meistens zwei Sachen gemeinsam: Erstens, einer der folgenden Anglizismen ist aufgrund seiner suggestiven Eigenschaften meist enthalten: Enhanced, Flexible, Unconstrained, Opportunities. Und zweitens, sie haben massive Zuflüsse.

Eine zusätzliche Parallele zu den in den letzten Jahren populär gewordenen „Multi-Asset-Fonds“ ist ebenso frappierend und wird so auch gern als Verkaufsargument herangezogen: Die Bekämpfung der vermeintlichen Alternativlosigkeit durch ein völlig flexibles Investmentuniversum und Freiheiten für das Management, in diesem Fall bezogen auf die Anleihenseite. Es wird so getan, als ob es in der Historie immer nur Benchmark-orientierte Long-Only-Lösungen gegeben hätte, die zum einen aktuell keine attraktiven Renditen mehr bieten können und zum anderen in einem steigenden Zinsumfeld nur verlieren können. Beides ist selbstverständlich so nicht korrekt, man denke z.B. nur an Floater, Inflations- oder Katastrophenanleihen oder auch den Short-ETF. Und die Frage, warum es für einen Vermögensverwalter aktuell nicht möglich sein soll, auch ohne diese Vehikel verschiedene Vermögensklassen sinnvoll und ebenso flexibel zu kombinieren, bleibt meines Erachtens offen.

Erneut scheint es im Kern jedoch wieder nur darum zu gehen: Zum einen eine möglichst stetige Wertentwicklung zu verkaufen. Diese sollte nach meinem Gefühl aktuell irgendwo jenseits der 4% liegen muss, um überhaupt attraktiv zu sein. Angesichts des Niedrigzinsumfelds und der nicht abflauenden Zinssteigerungsdiskussion einerseits verständlich, andererseits mit Hinblick auf eine realistische Ertragserwartung und die eingegangenen Risiken kritisch zu hinterfragen. Wenn man dann noch feststellen muss, dass die bisherige Wertentwicklung  meist jedoch auf einer vermutlich so nicht weiter fortschreibbaren, Wette beruht, wie  z.B. Long Kreditrisiko oder Hebel-Einsatz, so fühlt man sich sehr stark an die „Beta-Diskussion“ bezüglich der Hedgefonds und Ihrer Kostenstruktur erinnert.

Zum anderen, und dies ist mindestens genauso wichtig, wird so die zentralste Investmententscheidung, die Allokation, und die damit verbundene Verantwortung an einen Dritten delegiert – mit dem entsprechenden Ertrags-Trade-Off für die Anbieter.

Es wird sich in den nächsten Monaten und Jahren zeigen, inwieweit die vielzitierte breite Klaviatur der „Unconstrained“-Manager tatsächlich erfolgreich genutzt wird oder hier nicht erneut zu viel versprochen wird. Investoren sollten die einzelnen Performancebeiträge detailliert analysieren und sich nicht scheuen, entsprechende Konsequenzen zu ziehen aber auch sich ihrer eigenen Verantwortung zu stellen.

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