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Asset Allokation: So tickt die Hauptstadt

Asset Allokation: So tickt die Hauptstadt

Im Herzen der deutschen Hauptstadt fanden am 4. April neun Ver­mögensverwalter am Berliner Roundtable von Citywire Deutschland zusammen. Sie diskutierten im Capital Club am Gendarmenmarkt die momentane Situation an den Aktien- und Rentenmärkten und tauschten sich über verschiedene Investmentansätze aus.

Eine abwechslungsreiche Diskussion entstand vor allem bei dem Thema, wie man im aktuellen Niedrigzinsumfeld sein Portfolio auf­stellt. „Wir sind im Aktienmarkt weiterhin untergewichtet. Derzeit setzen wir deswegen gerne auf marktneutrale beziehungsweise gering korrelierte Anlagen wie zum Beispiel Long/Short-Aktien­produkte und Cat-Bonds“, sagte Sven Marzahn, Leiter der Vermö­gensverwaltung von BPM – Berlin Portfolio Management. Björn Siegismund von Laransa Private Wealth Management sah hingegen keine Gelegenheiten bei Anleihen: „Aufgrund des chancenlosen Risikos sind wir Anleihen gegenüber negativ eingestellt.“

Sind Aktien deswegen für Anleger alternativlos? Die Gefah­ren von Aktien stellte Uwe Wiesner von der Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft, die gemeinsam mit Citywire Deutschland den Roundtable veranstaltete, heraus: „Das Marktumfeld ist für Aktien sehr schwierig geworden. Anfang des Jahres wurde vielen Anlegern wiederholt vor Augen geführt, dass Aktien kurzfristig auch stark nach unten krachen können.“

Für Christian Mallek, geschäftsführender Gesellschafter der Sigavest Vermögensverwaltung, stand einzig ein möglicher Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union als große Gefahr für die Aktienmärkte im Raum. „Wir sind verhalten optimistisch. Im Juni wird das Thema Brexit aktuell werden. Zu diesem Zeitpunkt wollen wir abgesichert sein, da der Ausgang noch völlig offen ist.“

Auch Wiesner sichert derzeit ab. So baut die Hansen & Heinrich Aktiengesellschaft wieder Gold-Positionen als Sicherheit in ihrem Portfolio auf. „Zwar erzielt man durch Gold keine Erträge, hat aber auch so gut wie keine Lagerkosten“, brachte es Wiesner auf den Punkt.

Einig waren sich die Vermögensverwalter der Hauptstadt auch bei einem weiteren Thema: Diversifikation. Diese müsse im aktuellen Marktumfeld immer besser ausfallen, da die verschiedenen Asset­klassen immer mehr korrelieren. „Außerdem muss man heutzutage deutlich mehr diversifizieren, da die Auswirkungen eines Crashs auf das Portfolio viele Jahre lang anhalten. Das Vermögen zu erhalten ist heute von besonders großer Bedeutung“, sagte Björn Siegismund, Geschäfts­führer und CIO von Laransa Private Wealth Management.

Für ihn wie auch für Wiesner sind Absolute-Return-Strategien, die von ihrem Ansatz her einen Diversifikationseffekt bieten, interessant. „Beispielsweise investieren wir derzeit gerne in Makro-Fonds“, fügte Wiesner hinzu. Viele der Berliner Vermögensverwalter betonten im wei­teren Gespräch, dass man heutzutage selbst deutlich flexibler agieren müsse. So werde das klassische Mischfondsprodukt aus Aktien und Renten nicht mehr funktionieren. „Weil die Rentenkomponente keinen Ertrag mehr bringt, müssen wir in unseren Investment-Entscheidungen agiler und flexibler werden beziehungsweise solche Produkte einsetzen, die einen weiteren Spielraum haben“, sagte Mallek.

Eine dieser Möglichkeiten sei der Einsatz von Optionsstragien, die Mallek gerne aufgrund der aktuell hohen Volatilität und Angst im Markt nutzt. „Außerdem sind wir gegenüber Hochzinsanleihen positiv eingestellt und decken diese momentan durch den Einsatz von ETFs ab“, so Mallek. Der Berliner Vermögensverwalter fügte hinzu, dass man allerdings auch mal Gewinne mitnehmen und sich von sogenannten Lieblingsaktien trennen müsse. Einig waren sich die Vermögensverwalter vor allem in einem Punkt: Die klassische Buy and Hold-Strategie werde nicht mehr funktionieren.

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