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Asset-Management-Leiter diskutieren: Hält die Erholung an?

Die Teilnehmer stellen sich der Frage, ob man sich die wirtschaftliche Lage an den Märkten niederschlagen wird.

Beim virtuellen Citywire-Roundtable für die Dach-Region dikutierten Marc Decker, Leiter des Asset Management bei der Privatbank Merck Finck, Florian Gröschl, Managing Partner bei der österreichischen Boutique Absolute Return Consulting und Roger Ganz, Leiter Asset Management beim Schweizer Vermögensverwalter Clarus Capital. Sie können das Gespräch sowohl in der englischen Originalfassung am Seitenanfang im Video ansehen oder im Folgenden in der deutschen Zusammenfassung lesen.

In der Diskussionsrunde, die von Camilla Giannoni, Chefredakteurin für Citywire Switzerland, moderiert wurde, stellen sich die Teilnehmer der Frage, ob die derzeitige Erholung nach dem Corona-Schock anhalten wird, oder ob sich die realwirtschaftlichen Gegebenheiten letztendlich doch auf die Märkte auswirken werden.

Marc Decker von Merck Finck, kann der Coronakrise etwas Positives abgewinnen: „Die Diskussionen um den Anleiheteil des Portfolios haben sich beruhigt“, sagt er. Vor der Krise hätten viele Marktteilnehmer und auch Kunden Anleihen-Engagements hinterfragt. „Das war etwas zu früh“, sagt Decker. „In der Krise haben Sie gesehen, dass ein guter Anteil an Fixed-Income-Investments dem Portfolio Auftrieb gegeben hat.“

Allerdings stellte sich nun die Frage, wie das Portfolio für die nächste Zeit aufzustellen ist. „Natürlich muss man sich nun überlegen, ob diese Positionierung aktuell immer noch die Richtige ist, ob der Großteil der Krise nun hinter uns liegt oder ob wir eine zweite Pandemiewelle auf dem Radar haben müssen“, so Decker.

Florian Gröschl von Absolute Return Consulting glaube nicht, dass die Geschwindigkeit der derzeitigen Erholung weiter anhalten werde. „Der NASDAQ hatte schon wieder seine Höchstwerte eingeholt. Wenn wir aber gleichzeitig Arbeitslosenquoten von 20 bis 30% haben, dann wird die Kaufkraft nachlassen und das wird Auswirkungen auf die Realwirtschaft haben.“ Auch Technologieinvestoren würden dies letztendlich zu spüren bekommen. Tech-Werte hatten in der Krise bislang gut performt.

Hinzu komme, dass es derzeit Überreaktionen gebe: „Ich bin mir nicht sicher, ob die Märkte gerade komplett fair bewertet sind. Die Divergenz zwischen Value und Growth ist auch auf einem Rekordniveau“, sagt Gröschl. Das sei zwar teilweise fair, eine aktuell zu optimistische Einschätzung an den Märkten, sei aber wahrscheinlich.

Ähnlich sieht es Roger Ganz, der als Head of Asset Management bei Clarus Capital arbeitet. „Wir sind bei sehr hohen Bewertungen angelangt. Besonders an den Aktienmärkten. Ein Großteil an positiven Erwartungen sind eingepreist, aber nicht viele negative Erwartungen“, sagt Ganz. Das sei auf die Fortschritte in der Medizin zurückzuführen, sowie die Öffnung der Wirtschaft. „Aber wird das das Ende der Krise sein?“, fragt Ganz. „Die Fed erwatet eine Arbeitslosenquote von 9% zum Ende des Jahres. Das wäre das Doppelte der Vorkrisenzeit. Wird es den Konsum treffen, wahrscheinlich ja!“

Dem sei aber der Einsatz von Helikoptergeld der Regierungen entgegenzusetzen. „In den USA erhielten Niedrigverdiener in der Coronakrise teilweise Sozialleistungen, die ihr normales Gehalt übersteigen”, so Ganz. „Das ist natürlich gut.“ Nur nachhaltig stemmbar sei es nicht. „Wir werden beobachten wie die Situation weitergeht“, sagt er.

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Fondsmanager in diesem Artikel

Marc Decker
Marc Decker Durchschnittliche Fondsperformance:
23,97%
80/359 in Mischfonds - Flexibel EUR (Performance über 24 Monate)
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