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Banken-Investitionen bleiben unter Fondsmanagern umstritten

Banken-Investitionen bleiben unter Fondsmanagern umstritten

Nach einem schwierigen Start für Banken in das Jahr 2016, sehen Fondsmanager die Lage gespalten. Auf der einen Seite sind die Bewertungen seit Jahresbeginn extrem zurückgegangen. Auf der anderen Seite herrscht weiterhin Unsicherheit zu der zukünftigen Profitabilität von Bankengeschäften vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen und einer noch unklaren regulatorischen Richtung.

Laut der jüngsten Umfrage des Beratungsunternehmen sentix hat sich die Mehrheit der Anleger vom europäischen Bankensektor im April abgewendet. Mit -2,3 Indexpunkten liegt er nach einer kurzen Erholungsphase wieder auf dem Februarniveau, heißt es in einer Mitteilung der sentix GmbH.

Für Tawhid Ali, CIO European Value bei AllianceBernstein, gebe es noch gute Gründe, sich vom Bankensektor zurückzuhalten. „Die größte Herausforderung für europäische Banken sind die gegensätzlichen und anscheinen unkoordinierten regulatorischen Mitteilungen“, sagt er zu Citywire Deutschland.

Auf der einen Seite würde die EZB die Kreditvergabe fördern, um auf Investitionen beruhendes Wachstum zu generieren, indem sie negative Zinssätze als Anreiz nutzt. Auf der anderen Seite erhöhe die EZB weiterhin die Kapitalanforderungen für Banken, was dazu führe, dass diese sich zurückziehen und Kapital bewahren, so Ali. Aufgrund des langsameren Wirtschaftswachstums insbesondere in der Peripherie gebe es selbst für Banken, die Geld leihen wollen, nur begrenzt Nachfrage für Kredite.

Attraktive Bewertungen

Auch wenn die EZB die Lage der Banken unter Druck setzt, sieht Alain Dupuis, Fondsmanager des Oddo European Banks-Fonds, attraktive Bewertungen bei angeschlagenen Titeln im europäischen Bankensektor. Der Fondsmanager habe den Zusammenbruch der Aktienkurse von italienischen und spanischen Banken zwischen Dezember und Februar genutzt und aufgrund niedriger Bewertungen Positionen aufgebaut.

„Ich habe die Position in Banco Popolare di Milano von null Prozent vor ein paar Wochen auf 2% erhöht. Wir waren untergewichtet in italienischen Banken mit zwei Prozentpunkten und sind nun mit 3 bis 4% übergewichtet”, sagte er im Gespräch mit Citywire Deutschland.

Vergangene Woche hat die Auflegung eines rund €5 Milliarden schweren Fonds zur Rettung der Krisenbanken des Landes für Kursgewinne bei europäischen Finanzwerten gesorgt. Hauptgrund für den Rettungsfonds sei die Deadline der Europäischen Zentralbank für die Banca Popolare di Vicenza (BPVi) und die Veneto Banca, Kapital zu beschaffen.

Es würde nur Wochen dauern, bis der Fonds für Rettungsmaßnahmen genutzt wird. „Die BPVi braucht nach meinen Schätzungen frisches Eigenkapital in Höhe von €1,5 bis €1,8 Milliarden bis Ende April und die Veneto Banca braucht rund €1 Milliarde bis Juni“, sagt Dupuis.

Systemrisiko mit Rettungsfonds gestoppt

Die verbleibende Summe könnte genutzt werden, um einige der notleidenden Kredite zu kaufen, so Dupuis. Der Anteil der notleidenden Kredite an den Krediten insgesamt liegt in Italien bei über 20% und damit viel höher im Vergleich zu anderen südeuropäischen Ländern wie etwa Spanien mit 14% oder Portugal mit rund 10%.

Dennoch sei das Problem der notleidenden Kredite auf nur wenige Banken konzentriert. Insbesondere die vier Banken BPVi, Veneto Banca, Carige und Monte Paschi seien betroffen. Sie kommen auf eine Nettosumme an notleidenden Krediten von €35 Milliarden. Der Rettungsfonds habe das Systemrisiko gestoppt. “Das ist nicht der Zeitpunkt für Investoren, südeuropäische Banken zu meiden”, sagt Dupuis und nennt Intesa oder UniCredit als Beispiel stabiler Titel. Der hohe Anteil notleidender Kredite in Italien sei zudem bereits eingepreist. „Das größere Problem ist die niedrige Profitabilität der Banken aufgrund der niedrigen Zinsen.”

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