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Bill Gross: „Das Biest am Anleihemarkt ist ein Bär im Winterschlaf“

Bill Gross: „Das Biest am Anleihemarkt ist ein Bär im Winterschlaf“

Das aktuelle ‚Biest‘ des Anleihemarkts sei für Bill Gross, Investment-Legende und Fondsmanager bei Janus Henderson Group, vielmehr ein Bär(-enmarkt), der aufgrund eines längeren säkularen Aufwärtstrends der niedrigeren Inflation und exzessiver Zentralbankpolitik aus seinem Winterschlaf erwacht.

Gross erwartet, dass die 10-jährigen Treasuries, die jetzt fast 150 Basispunkte über ihren Tiefständen von 2016 liegen, in 2018 um 3% schwanken dürften. Die drei bis vier geplanten Zinserhöhungen der Fed dürften übertrieben sein. Die Volkswirtschaften der USA und der Weltwirtschaft sind zu stark fremdfinanziert, um in einer Inflationswelt von 2% mehr als 2% des Fed-Funds-Niveaus zu halten.

Falscher Optimismus

Bei einem Anstieg von mehr als 2% würde ein stärkerer US-Dollar das Wachstum der Schwellenländer beeinträchtigen und zu einer vorzeitigen Straffung der EZB und anderer Zentralbanken der entwickelten Märkte führen. „Wenn es um die Finanzmärkte (Anleihen und Aktien) geht, ist das ‚Biest‘ wirklich ein Hebel, und obwohl es schwierig ist, genau zu bestimmen, wann genug genug ist, hat uns die ‚Große Rezession‘ wirklich gezeigt, dass Hyman Minsky recht hatte“, so Gross in seinem aktuellen Investment-Ausblick mit dem Titel Killing Each Other.

Die Fed unter Jerome Powell habe diese Lektion hoffentlich gelernt und sollte vorsichtig vorgehen, wie auch die globalen Notenbanken.

Neuausrichtung für Normalität

Gross wolle nicht die niedrigen Zinssätze und die finanzielle Repression unterstützen. „Tatsächlich habe ich für die Notwendigkeit einer möglichen normalen Neuausrichtung argumentiert, wenn kleine Sparer und Finanzinstitutionen wie Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften weiterhin ihre kritische kapitalistische Rolle erfüllen sollen“, betont Gross.

Aber er glaube, dass die Exzesse der Finanzsysteme nicht schnell durch eine ‚Liquidierung von Vermögenswerten‘ à la Andrew Mellon in den 1930er Jahren, sondern durch einen milden und allmählichen Wiedereinstieg in privatwirtschaftlich geprägte Unternehmen aufgelöst werden können. „Die 2% Fed Funds in einer Inflationswelt von 2% ist meiner Meinung nach das derzeitige Limit“, so Gross.

Anleger sollten daher auf plus minus 3% für die Treasuries achten. Dieses Niveau sollte letztlich deutsche Bundesanleihen und britische Gilts zu höheren Renditen zwingen, - möglicherweise 1% auf Bunds und 1,75% auf Gilts. „Für mich ist dies jedoch ein globaler Bärenmarkt im Winterschlaf, nicht ein Biest - das mag später kommen!“

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