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Bill Gross: Quantitative Easing als bedenkliches Allheilmittel

Bill Gross: Quantitative Easing als bedenkliches Allheilmittel

Die Zentralbanken verfolgen weiterhin das Quantitative Easing (QE). Bill Gross bezeichnet diese Strategie in seinem aktuellen Investment-Ausblick für den Monat Februar als bedenkliches Allheilmittel der finanzbasierten Wirtschaft. Steigende Vermögenspreise stärken das System, das eben von diesen abhänge.

Die Expansion der Zentralbanken-Bilanzen seit 2003 bis zum Ende des vergangenen Jahres sei beachtlich, von $2 Billionen auf $12 Billionen. Die Zentralbanken haben $10 Billionen für Anleihen ausgegeben, die Leitzinsen sind nahezu bei 0% und waren sogar schon auf Negativniveau.

Der Kapitalimus sei verzerrt worden. Investments und Spareinlagen wurden von zu niedrigen Zinsen, beziehungsweise Renditen entmutigt. Die Verschuldung sei weiterhin relativ zum BIP gestiegen. Das Finanzsystem wurde noch nicht bereinigt und restauriert, hin zu einer Balance zwischen Risiko und Belohnung auf einem stabilen Level. Das Ungleichgewicht habe das Gleichgewicht ersetzt. Alles in allem sei es schwierig, dieses ökonomische Phantom zu erkennen, solange Volatilität vorhanden sei, fasst Gross zusammen.

Zentralbanken gefangen in QE-Dauerschleife

Um die Volatilität zu kontrollieren und Raum unter den Anlagepreisen zu schaffen, könnten Zentralbanker mit ihrem Bemühen das globale System aufrecht zu halten, in einer QE-Dauerschleife gefangen sein. Gross verdeutlicht, dass der Rückgang des Anreizes der Fed in den vergangenen Jahren durch einen erhöhten Zufluss von Anleihe- und Aktienkäufen anderer Zentralbanken ersetzt werden müsse.

Zudem gehe er davon aus, dass die Fed und andere Zentralbanken niemals in der Lage sein werden, ihre Vermögenswerte zurück in den Markt zu bringen. Eine weltweite $12 Billionen-Bilanz der Zentralbanken sei dauerhaft und wachse mit über $1 Billion pro Jahr, dank der EZB und der Bank of Japan. „Investoren müssen wissen, dass dieses Geld das System am laufen hält“, betont Gross.

Das Methadon der Finanzindustrie

Ohne diese Finanzspritzen seien Leitzinsen von 0% wie Metahdon - sie beenden das Verlangen aber sie überwinden nicht die Sucht. Das bedeute für die heutigen Finanzmärkte, dass US-Treasuries mit 2,45% auf diesem Niveau bleiben. Die EZB und die BoJ kaufen für $150 Milliarden pro Monat ihre eigenen Anleihen und der Großteil des Geldes wandere in die 2,45% US-Treasuries. Ohne das finanzielle Methadon würden die weltweiten Anleihe- und Aktienmärkte fallen.

Gross ist überzeugt, dass die Rendite ohne QE auf 3,5% steigen würden und die US-Wirtschaft in eine Rezession fiele.

Eine Hand wäscht die andere

Die Zinsen aus den $12 Billionen wurden von den Zentralbanken bereits zurück zur Regierung in die Finanzbehörden gespült. Der Transfer bedeute im Kern, dass sich Geld- und Fiskalpolitik zusammengetan haben und, an Stelle des Privatsektors, finanzieren sie die eigenen Ausgaben.

Mit steigender Marge finanziere der Privatsektor ebenfalls seine eigenen Ausgaben aber scheitere daran Risiko und Ertrag ausreichend in Betracht zu ziehen.

Das QE werde vorerst andauern und erst in der Zukunft geringer ausfallen. Doch daraus entstehe ein ungesundes kapitalistisches Gleichgewicht, mit dem eines Tages gerechnet werden müsse. Die Treasuries werden allmählich steigen, - man achte auf die 2,60%, - aber vorerst künstlich niedrig bleiben. Doch dies sei keine gute Lage.

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