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Bill Gross warnt: „Alle Märkte sind zunehmend gefährdet“

Bill Gross warnt: „Alle Märkte sind zunehmend gefährdet“

Bill Gross warnt Investoren vor den Risiken und Folgen des aktuell finanzbasierten Kapitalismus, der durch eine destruktive expansive Geldpolitik und ein bedenkliches Quantitative Easing gestützt wird. Dies würde zusätlich das Wachstum der Realwirtschaft blockieren. Hier fehle es an Produktivitätssteigerungen.

„Seien Sie nicht zu fasziniert von dem blauen Himmel, der durch die Zentralbank und nahezu ununterbrochen niedrigen Zinsen geschaffen wurde. Alle Märkte sind zunehmend gefährdet“, schreibt Gross in seinem aktuellen Investment-Ausblick für den Monat Juni. Im März konkretisierte es seine Befürchtungen insbesondere für High-Yield-Anleihen und Subprime-Hypotheken.

Den finanzbasierten Kapitalismus kritisiert Gross dahingehend, dass anstatt Geld durch Investitionen in die Realwirtschaft zu verdienen, Investoren zunehmend dazu angehalten werden, in der Finanzwirtschaft Rendite zu erwirtschaften. Der finanzbasierte Kapitalismus ist für Gross eine Folge der „säkularen Stagnation“, einer langanhaltenden Phase schwachen Wirtschafswachstums, und ein Gegenmodell zum echten „schöpferischen Kapitalismus“. 

Gegenkräfte als akute Risiken

Für Gross gibt es außerdem Gegenkräfte wie hohe Staatsverschuldung, demografischer Wandel, verstärkter Protektionismus und Maschineneinsatz, die den „schöpferischen Kapitalismus“ zusätzlich blockieren würden und auch akute Risiken für Investoren darstellen.

„Fügen Sie globale Erwärmung zu dieser Liste hinzu, und Sie haben das Potential für niedrige Vermögensrenditen, in denen die jetzt erfolgreiche Strategie des ‚Geldes mit Geld verdienen‘ ernsthaft bedroht ist“, warnt Gross.

Schöpferischer realer Kapitalismus

Bezüglich des „schöpferischen Kapitalismus“ vermisst Gross in der derzeitigen Wirtschaft den Aspekt der „schöpferischen Zerstörung“ nach Joseph Schumpeter beziehungsweise einem „Survival of the Fittest“ im Sinne der Darwin’schen Evolutionstheorie, der für dem Kapitalismus des 20. Jahrhunderts prägend war und schreibt von „Zombie-Unternehmen“ in der derzeitigen Wirtschaft. Diese würden nur durch die anhaltende Niedrigzinspolitik am Leben gehalten.

„Die Arterien des Kapitalismus sind verstopft. Letztlich müssen die Anleger dieses Risiko mit zunehmend schlecht abgesicherten Verbindlichkeiten und einem geringen Wachstum ausgelöst durch Gegenkräfte in den entwickelten Volkswirtschaften erkennen“, erklärt Gross.

Als klares Anzeichen für die Verstopfung sieht Gross die niedrigen Produktivitätssteigerungen in den Industrienationen seit Beginn des 21. Jahrhunderts, so haben diese jährlich nur um 1% zugenommen. Seit fast fünf Jahren wären diese gar nur noch flach gezeichnet.

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