Melden Sie sich an um unbeschränkten Zugriff zur Fondsmanager-Datenbank von Citywire zu bekommen. Die Anmeldung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten.

Ersetzt Künstliche Intelligenz Fondsmanager? Hendrik Leber und Frank Fischer diskutieren

Frank Fischer von Shareholder Value Management und Hendrik Leber von Acatis haben eine klare Meinung zur 'Künstlichen Intelligenz'.

Die sogenannten ‚Künstliche Intelligenz‘ (KI) ist ein Phänomen der Technologisierung und Digitalisierung. Auch vor der Finanzbranche und der Asset-Management-Industrie macht sie keinen Halt.

Im Sinne von Algorithmen, Tools und auch Robo-Advisorn verändert sich die Branche zunehmend, - auch unterstützt durch das steigende Interesse an passiven Investments. Eine Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, ob KI den aktiven Manager je ersetzen wird? Oder ist vielmehr eine Ergänzung beider Seiten sinnvoll? 

Die Entwicklung scheint nicht mehr aufzuhalten und gleichzeitig müssen mögliche Risiken bedacht und hilfreiche Synergien genutzt werden.

Im folgenden geben die Fondsmanager Frank Fischer und Hendrik Leber eine Einschätzung zu diesem Thema.

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Die sogenannten ‚Künstliche Intelligenz‘ (KI) ist ein Phänomen der Technologisierung und Digitalisierung. Auch vor der Finanzbranche und der Asset-Management-Industrie macht sie keinen Halt.

Im Sinne von Algorithmen, Tools und auch Robo-Advisorn verändert sich die Branche zunehmend, - auch unterstützt durch das steigende Interesse an passiven Investments. Eine Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellt, ist, ob KI den aktiven Manager je ersetzen wird? Oder ist vielmehr eine Ergänzung beider Seiten sinnvoll? 

Die Entwicklung scheint nicht mehr aufzuhalten und gleichzeitig müssen mögliche Risiken bedacht und hilfreiche Synergien genutzt werden.

Im folgenden geben die Fondsmanager Frank Fischer und Hendrik Leber eine Einschätzung zu diesem Thema.

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Frank Fischer, CEO und CIO der Shareholder Value Management: „Künstliche Intelligenz ist einer der ganz großen Trends, der technisch die nächsten Jahrzehnte bestimmen und auch verstärkt Einzug in unser tägliches Leben nehmen wird.“

Dies sei bei dem Asset Manager heute schon der Fall. So setze das Unternehmen Big-Data-Lösungen für das Screening und für quantitative Modelle ein, die zumindest in der Vorauswahl von Aktien viel Arbeit abnehmen. „Künstliche Intelligenz kennt keine emotionalen Entscheidungen. Computer lernen durch KI super-schnell hinzu und optimieren sich permanent selbst (machine learning).“

Es könne sogar sein, dass KI irgendwann einmal der bessere Entscheider sein werde.

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

„Doch als Value-Investoren und Stock-Picker sehen wir auch Grenzen, denn noch liegen viele Vorteile bei menschlichen Entscheidungen“, betont Fischer. So sei menschliche Erfahrung schwer modellierbar.

Faktoren wie die Beurteilung der Leistung des Managements eines Unternehmens, die Einschätzung des Economic Moat, den ein Unternehmen um sein Geschäftsmodell aufgebaut hat, oder die Entwicklung einer Strategie – da stoße ein Computer (noch) an seine Grenzen.

Neue Situationen zu erfassen erfordere auch Bauchgefühl und die Fähigkeit, zwischen den Zeilen zu lesen. Oder das Erkennen von strukturellen Brüchen - dies alles bedarf immer wieder neuer Denkweisen, die ein Computer zumindest in absehbarer Zeit noch nicht im Stande sei zu leisten.

„Künstliche Intelligenz ist in vielen Bereichen auf dem Vormarsch, ganz ohne Zweifel - geht es aber um menschliche Erfahrung, Intuition und die finale  Beurteilung von  komplexen, noch nicht dagewesenen Zusammenhängen, stößt KI (noch) an ihre Grenzen“, so Fischer.

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Aus der Sicht von Hendrik Leber, Gründer der Investment-Boutique Acatis, bricht eine neue Zeit mit noch mehr Daten, noch stärkeren Computern und noch besseren Programmen an, die die alte Welt hinter sich lassen werden. „Das erscheint mir unvermeidlich.“

Die Geschichte des Investierens sei eine Geschichte der Datenverarbeitung und systematischen Analyse. „Benjamin Grahams ‚Intelligenter Investor‘ enthält quasi ein algorithmisches Regelwerk für das Finden attraktiver Firmen - Fama/French, LSV, AQR und viele andere haben seitdem neuere, feinere Investitionsregeln gefunden und mit ihrer Anwendung diese ‚Anomalien‘ zum Verschwinden gebracht.“

Im kurzfristigen Bereich erachte Leber die algorithmischen und KI-Trader ohnehin schon als dominant. Es sei eine Illusion, dass der Mensch gegen einen textverarbeitenden Handelsroboter noch irgendeine Chance habe. „Hingegen sind im langfristigen Bereich subjektive Einschätzungen des Fondsmanagers der Maschine überlegen – der Mensch kann Management, Investitionen, Strategien, Technologien sicherlich besser beurteilen als die Maschine“, betont Leber.

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Eine gegenseitige Ergänzung sei für Leber denkbar und sinnvoll: „Ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Firmen es gibt, von denen ich noch nie gehört habe und wenn mir der Computer interessante Kandidaten auf das Silbertablett zur weiterführenden Analyse legt, bin ich hoch zufrieden - genauso,  wenn er mir beim Rebalancen oder beim Verkaufen hilft.“

In vielen Bereichen sei es für den Fondsmanager dennoch vorstellbar, dass Algorithmen Fondsmanager ersetzen. Dies gelte mit Sicherheit bei Fonds mit kurzfristigen Handelssignalen und bei solchen, die sehr indexnah agieren. „Wenn ein Mensch es schafft, die Sprache der Wirtschaft, also die Buchhaltung, zu lernen und zu interpretieren, dann kann auch eine Maschine diese Sprache lernen.“

Die Entscheidungsregeln, die KI aus den gelernten Beispielen entwickelt, sei für den Mensch aus technischen Gründen nicht nachvollziehbar. „Sie funktionieren irgendwie, aber möglicherweise sind die erlernten Regeln absurd und fehlerhaft“, so Leber.

Kommentar hinterlassen

Bitte melden Sie sich an oder registrieren Sie sich um zu kommentieren. Die Registrierung ist kostenlos und wird nur ein bis zwei Minuten dauern.

Ähnliche Fondsmanager

Frank Fischer
Frank Fischer
22/293 in Mischfonds - Flexibel EUR (Performance über 3 Jahre) Durchschnittliche Fondsperformance: 25,76%
Hendrik Leber
Hendrik Leber
71/117 in Anleihen - EUR (Performance über 3 Jahre) Durchschnittliche Fondsperformance: 2,45%