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Fonds-Selektoren diskutieren: Ist es Zeit für die Defensive?

Sollten Investoren ihr Portfolio defensiver aufstellen oder weiterhin Chancen nutzen?

Im Januar 2018 war die Investmentwelt noch in Ordnung: Weltweite Aktienmärkte lagen etwa an ihren historischen Höchstständen, sogar der Bitcoin lief unermüdlich nach oben. Die Stimmung war bombig! Dann kam der Flash Crash im Februar und die Geschichte nahm eine andere Wendung.

Allen Investoren war zu Beginn des Jahres klar, dass das Jahr 2018 nicht annähernd so entspannt wird wie das Jahr 2017. Aber dass die Aktienkurse in Deutschland, Europa und den Schwellenländern so stark korrigieren, hätten wohl trotzdem die wenigsten erwartet. In diesem Sinne: Ist die sonnige Zeit vorbei – und muss langsam aber sicher der Regenschirm bei der Asset Allokation rausgeholt werden? Klar ist, dass das sogenannte Goldilocks-Szenario Ende 2017 seinen Höhepunkt erreicht hat. Aber fährt man wirklich gut damit, jetzt schon sein Portfolio defensiver aufzustellen? Schließlich sehen die wirtschaftlichen Daten weltweit noch immer gut aus.

Da die Risiken durch den köchelnden Handelsstreit, die gefährliche Situation in Italien oder den anstehenden Brexit aber nicht von der Hand zu weisen sind, könnte es zumindest nicht verkehrt sein, einen Regenschirm zumindest für den Notfall einzupacken.

Wir haben Vermögensverwalter gefragt, wie sie derzeit konkret allokieren und durch welche Fonds sie ihr Risiko in den Portfolios reduzieren oder anpassen.

Dieser Beitrag erschien ursprünglich in der 45. Ausgabe des Magazins von Citywire Deutschland.

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Im Januar 2018 war die Investmentwelt noch in Ordnung: Weltweite Aktienmärkte lagen etwa an ihren historischen Höchstständen, sogar der Bitcoin lief unermüdlich nach oben. Die Stimmung war bombig! Dann kam der Flash Crash im Februar und die Geschichte nahm eine andere Wendung.

Allen Investoren war zu Beginn des Jahres klar, dass das Jahr 2018 nicht annähernd so entspannt wird wie das Jahr 2017. Aber dass die Aktienkurse in Deutschland, Europa und den Schwellenländern so stark korrigieren, hätten wohl trotzdem die wenigsten erwartet. In diesem Sinne: Ist die sonnige Zeit vorbei – und muss langsam aber sicher der Regenschirm bei der Asset Allokation rausgeholt werden? Klar ist, dass das sogenannte Goldilocks-Szenario Ende 2017 seinen Höhepunkt erreicht hat. Aber fährt man wirklich gut damit, jetzt schon sein Portfolio defensiver aufzustellen? Schließlich sehen die wirtschaftlichen Daten weltweit noch immer gut aus.

Da die Risiken durch den köchelnden Handelsstreit, die gefährliche Situation in Italien oder den anstehenden Brexit aber nicht von der Hand zu weisen sind, könnte es zumindest nicht verkehrt sein, einen Regenschirm zumindest für den Notfall einzupacken.

Wir haben Vermögensverwalter gefragt, wie sie derzeit konkret allokieren und durch welche Fonds sie ihr Risiko in den Portfolios reduzieren oder anpassen.

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Helmut Neumaier

Focus Asset Management

Das Chance-Risiko-Verhältnis hat sich seit Februar sukzessive verschlechtert. Steigende Zinsen, das quantitative Tightening der Fed, die teuren Wahlversprechen in Italien und der Handelskonflikt zwischen den USA und China belasten die Märkte und führen bei Marktteilnehmern zu Verunsicherung. Dem gegenüber stehen allerdings auch gute Wachstumszahlen, hohe Aktienrückkäufe in den USA (als Folge der Steuersenkungen; im zweiten Quartal rund 60 Prozent über Vorjahr) und ein immer noch robustes konjunkturelles Umfeld. Aufgrund der gestiegenen Risiken haben wir Ende August die Aktienquoten in den von uns verwalteten Strategien reduziert und sind entsprechend unserer aktuellen Hausmeinung bei Aktien untergewichtet.

Für unseren nachhaltigen Europa-Aktienfonds ECOLOGY STOCK bedeutete dies während des zweiten Quartals eine leicht höhere Cash-Quote zwischen 3,5 und fünf Prozent; diese wurde im Juli und August innerhalb einer Bandbreite von 4,5 bis sechs Prozent gehalten und im September teilweise auf über zehn Prozent angehoben (das Konzept sieht bis zu 20 Prozent Cash vor). Bei der Titelselektion haben wir zuletzt zudem konjunkturunabhängigere Titel wie die österreichische Post oder den französischen Telekom-Anbieter Iliad neu gekauft. Die höhere Volatilität bietet zudem immer wieder Chancen, stark abgestrafte Unternehmen zuzukaufen, oder bei gutem Lauf einer Aktie Gewinne mitzunehmen. Letzteres haben wir im dritten Quartal zum Beispiel bei Amadeus IT Group und GN Store Nord getan.

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Nils Petersen

TOP Vermögensverwaltung

Als aktienaffines Haus sind wir weiterhin offensiv aufgestellt, sofern man die vorhandene Aktienquote als Gradmesser für das Risiko eines Portfolios heranzieht. In der Betrachtung sind die Aktien als Assetklasse weiterhin alternativlos, wenn man für die Portfolios beziehungsweise Kunden Renditen erwirtschaften möchte, die einem adäquaten Risiko gegenüberstehen. Wir haben aber innerhalb der Assetklasse Aktien eine Anpassung der Risikokomponente vorgenommen.

Den US-Anteil innerhalb der von uns gemanagten Fonds IAC Aktien Global und TOP Investors Global haben wir deutlich reduziert und liegen hier weit unter der rund 60 Prozent US-Quote des MSCI World. US-Aktien sind im Vergleich zu ihren europäischen Pendants deutlich teurer. Als Value-Investor fokussieren wir uns darauf, Qualitätsaktien zu finden, die deutlich günstiger sind und unter ihrem wahren, fairen Wert notieren. Diese Sicherheitsmarge, Differenz zwischen fairem und aktuellem Marktwert, ist der Risikopuffer, den wir in unseren Portfolien weiter ausgebaut haben.

Also für uns gilt weiterhin: Vollgas, was die Aktienquote anbelangt, aber mit größerer Risikobegrenzung innerhalb der Aktiengewichtung durch den Value-Ansatz. Mit unserem Dachfonds Top Investos Global investieren wir unter anderem in den LOYS SICAV – LOYS GLOBAL – I EUR ACC Fonds und den ACATIS AKTIEN GLOBAL FONDS UI – B EUR ACC Fonds.

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Kai Hamann

Kruse & Bock Vermögensverwaltung

Zurzeit erleben wir unter anderem aufgrund der politischen Entscheidungen der USA, der Belastung Europas durch Italien, des ungewissen Ausgangs der Brexit-Verhandlungen und des anspruchsvollen Zinsmarktes eine Korrektur an den Kapitalmärkten.

Bisher reagieren wir sehr verhalten und nehmen einige Risiken aus den Depots. Die entscheidende Rolle spielen allerdings immer noch die Risikomentalität und der Anlagehorizont der Anleger. Je langfristiger ein Kunde sein Kapital für sich arbeiten lassen möchte, desto eher kann das individuelle Risiko im Portfolio verbleiben.

Dafür nutzen wir unter anderem mit dem IP Bond Select einen Rentenfonds, der mit seiner niedrigen Duration und geringen Schwankungen eine moderate Rendite erzielt. Dennoch bleiben die Krisenherde der Weltwirtschaft bestehen, sodass wir weiterhin die Märkte beobachten und mit unseren Kunden in Kontakt bleiben, um gegebenenfalls schnell zu reagieren.

Fragt mich heute ein Kunde, womit ich in den nächsten zehn Jahren in meinen eigenen Anlagen eine vernünftige Rendite erzielen werde, ist meine Antwort: Aktien!

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Jürgen Graw

Taunus Investments

Risiko? Oder doch nur Volatilität? Und wo lauert Risiko oder Volatilität im Depot? Risiko beschreibt in der Finanzlehre die Unsicherheit darüber, welche Rendite ein Anlageobjekt in der Zukunft tatsächlich erwirtschaften wird. Das Sparbuch wäre demnach in der Theorie eine risikolose Anlage. In der Wirklichkeit muss selbstverständlich das Insolvenzrisiko der entsprechenden Bank berücksichtigt werden. Aktien hingegen unterliegen weitaus vielfältigeren Risiken, die sich auf die Rendite auswirken können. Die Rendite einer Aktie setzt sich aus Kursgewinn beziehungsweise -verlust und möglichen Dividendenerträgen zusammen. Beide unterliegen Schwankungen, die durch das Markt- und Unternehmensrisiko beschrieben werden.

Die Volatilität ist ein Maß für die Schwankungsbreite eines Wertpapiers, einer Währung oder eines Index. Eine hohe Volatilität bedeutet, dass der Wertpapierkurs stark schwankt. Die Märkte sind in diesem Jahr viel volatiler als in den vergangenen Jahren, als wir eine sehr geringe Volatilität am Markt hatten. Aber: Die starken Kursrückgänge – seit seinem Hoch Ende Januar hat der DAX rund 15 Prozent verloren – machen die Unternehmen trotz ihrer reduzierten Gewinnerwartungen wieder preiswerter. Denn die Kurse fallen schneller als die Gewinne. Dadurch eröffnen sich langfristig wieder lukrative Perspektiven.

So günstig wie jetzt war der DAX zuletzt vor sechs Jahren bewertet. Solange Deutschland und die Weltwirtschaft nicht in eine neue Rezession geraten – wofür es derzeit keinerlei Hinweise gibt –, sind die derzeitigen Kurse fundamental nicht zu rechtfertigen. Daher ist das Thema im Moment Volatilität und nicht Risiko. Durch eine ausführliche Analyse der Risikofähigkeit des Kunden und eine genaue Analyse der Fonds durch Kennzahlen wie Volatilität oder Sharp Ratio können dann die richtigen Fonds für den jeweiligen Kunden ausgewählt werden. Fonds wie der M&G North American Dividend Fund oder der Stryx World Growth Fund erfüllen diese Kriterien.

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Thomas Böckelmann

Vermögensmanagement EuroSwitch

Die Aktienmärkte sind in jüngster Zeit auch Opfer eigener Sorglosigkeit geworden. Die Wechselwirkung guter Unternehmensdaten im US-Technologiesektor, im Rahmen der Steueramnestie repatriierter Gelder, die Aktienrückkaufprogramme und der ETF-Hype haben die FAANG-Aktien zu immer neuen Höchstkursen getrieben, während bereits große Teile des US-Aktienmarktes analog der europäischen und Schwellenländermärkte in Sorge um eskalierende Handelsstreitigkeiten und steigende Zinsen im Korrekturmodus waren.

Die durch die FAANG-Aktien geprägten großen kapitalisierten Indizes signalisierten mit gewisser Realitätsferne eine „sicherer Hafen“-Funktion, die nicht zu erwarten war und ist. Vielmehr dürfte sich die entstandene Bewertungsdivergenz zwischen Aktien im US-Technologiesektor und dem Rest der Welt zusehends abbauen. Jüngste Korrekturen deuten bereits in diese Richtung. Europäische und Schwellenländermärkte preisen durch die Bewertungsabschläge bereits länger eine globale konjunkturelle Delle ein, während gerade der US-Technologiesektor auch angesichts regulativer Unsicherheiten und des sich ändernden Zinsumfeldes zu optimistisch scheint. Wir gehen kurzfristig von steigender Volatilität im Selbstfindungsprozess der Märkte aus und haben je nach Risikoprofil unserer Anleger schon länger eine Teilabsicherung über Aktienindexfutures vorgenommen. Mittel- bis langfristig sind die erreichten Bewertungen in Europa (Loys Europa System) und insbesondere in China sehr attraktiv (Hermes Global Emerging Markets). Insbesondere qualitativ hochwertige und dividendenstarke Titel sollten im von Unsicherheit geprägten Umfeld relativ profitieren können (Fidelity Global Dividend, Lazard Global Infrastructure). Für weniger risikobereite Anleger nutzen wir auch alternative Long/Short-Aktienstrategien wie den Pictet Mandarin oder den GAM European Alpha.

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