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Frank Fischer: „EZB war beim Banken-Stresstest viel zu lasch“

Frank Fischer: „EZB war beim Banken-Stresstest viel zu lasch“

Dass der Banken-Stresstest der Europäischen Zentralbank (EZB) von den Verantwortlichen zu einem Non-Event degradiert wurde und viele Banken beim Stresstest mit einem blauen Augen davongekommen sind, hält Frank Fischer von Shareholder Value für kritisch.

„Aus unserer Sicht war die EZB hier viel zu lasch“, so der Fondsmanager des Frankfurter Aktienfonds fuer Stiftungen in seinem aktuellen Marktkommentar. „Deshalb gehen wir davon aus, dass das Problem noch lange nicht ausgestanden ist. Denn der Stresstest war im Endeffekt eine politische Entscheidung, bei der – und das werden wir noch erleben – viele Banken zu Unrecht mit einem blauen Auge davongekommen sind.“

Beim von der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (European Banking Authority– EBA) koordinierten Stresstest wurden 51 Banken in der Europäischen Union (EU), darunter 37 bedeutende Institute, die direkt von der EZB beaufsichtigt werden und rund 70% der Bankaktivitäten im Euroraum repräsentieren, unter die Lupe genommen.

Die Banken mussten zeigen, dass sie eine drei Jahre anhaltende Rezession, einen Absturz der Börsenkurse, des Euros und der Immobilienpreise ohne größere Blessuren überstehen können. Das Ergebnis: Die Banken können insgesamt besser mit wirtschaftlichen Schocks umgehen als im Stresstest von 2014.

„In dem Ergebnis des Stresstests kommen die beträchtliche Kapitalaufnahme und die zusätzlichen Maßnahmen zum Ausdruck, welche die Banken in den vergangenen zwei Jahren zur Sanierung ihrer Bilanzen durchgeführt haben“, so Danièle Nouy, Vorsitzende des Aufsichtsgremiums der EZB. „Der Bankensektor ist heute widerstandsfähiger und kann deutlich besser mit wirtschaftlichen Schocks umgehen als noch vor zwei Jahren.“

Ein erfolgreicher Stresstest also für Europas Banken? „Das ist offiziell zu großen Teilen gelungen. Zwar haben – wie erwartet – einige Banken wie die italienische Banca Monte dei Paschi di Siena zum Teil massive Schwächen bei ihrer Kapitalausstattung offenbart. Und auch die Deutsche Bank und die Commerzbank sind gerade mal so an einer Blamage vorbeigeschrammt“, so Fischer.

Die Lage für europäische Banken sieht der Fondsmanager schon länger kritisch. Deswegen halte er außer der Comdirect keine klassischen Banken in seinen Portfolios. Da sich jedoch keine Turbulenzen nach dem Stresstest an den Märkten ergaben, muss Fischer zugeben: „Wir waren zu defensiv aufgestellt.“

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