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Hans-Peter Schupp: Markt hat bei Zyklikern überreagiert

Hans-Peter Schupp: Markt hat bei Zyklikern überreagiert

Die schwache Performance von Zyklikern im letzten Monat ist angesichts der leichten Aufhellung des europäischen Wachstums nicht nachvollziehbar, so der europäische Fondsmanager und Mitgründer der Boutique Fidecum, Hans-Peter Schupp.

Nachdem die Wirtschaften der Euro-Nationen schon 2013 geschrumpft waren, bewegt sich heute die Wachstumsrate an der Schwelle zur Null. Die Lage hat sich jedoch in den letzten Wochen geändert und eine leichte Aufhellung wäre zu sehen, so Schupp, der von Citywire mit einem + Rating ausgezeichnet ist.

Zudem habe der Value-Investor in den vergangenen zwei Wochen für seinen Fidecum SICAV - Contrarian Value Euroland bei Ölunternehmen nachgekauft.

„Die Stimmungsindikatoren in den letzten Wochen sowie die Wirtschaftswachstumszahlen im dritten Quartal waren ein bisschen höher als erwartet und da kann man nur schwer nachvollziehen, warum die Zykliker in dieser Zeit so eine schwache Performance verzeichneten“, so Schupp im Gespräch mit Citywire Deutschland.

„Gerade den gefallenen Ölpreis und den schwachen Euro sehen wir momentan als eine Art Ministimulusprogramm für die europäische Wirtschaft.“

Seit August ist der Preis von Brent-Öl bis zum Ende November um mehr als 20% gefallen. In den letzten Wochen hat Schupp bei den Ölunternehmen Royal Dutch Schell, Eni und Total nach den Kursverlusten nachgekauft. Bei dem französischen Ölunternehmen Eni habe er in den letzten zwei Wochen die Quote um 0,5% auf 9% erhöht.

„Der gefallene Ölpreis hat sicherlich eine Auswirkung auf die Gewinne der Ölfirmen, nur sind wir der Meinung, dass der Markt diese Auswirkung überschätzt und die Aktien zu sehr bestrafft hat.“

„Die Ölfirmen, die wir im Portfolio haben sind Firmen, die auf der Upstream und Downstream-Seite präsent sind und dadurch sehr diversifiziert aufgestellt und nicht so abhängig vom Ölpreis sind.“

Da der Preis bei der Exploration pro Barrel konstant bleibt, sollten Gewinnmargen durch den gefallenen Ölpreis nicht weiter beeinträchtigt sein, ergänzt Schupp.

„Der November war ein sehr schlechter Monat für unseren Fonds. Während der Euro Stoxx um 4,7% steigen konnte, erzielte unser Fonds eine Rendite von 1,9%. Diese Underperformance war auf die Ölfirmen aber auch auf die Zykliker zurückzuführen.“

Um bei Eni aufzustocken habe Schupp seinen Anteil in Deutsche Post weiter runtergefahren. Für die nächsten Wochen erwartet Schupp eine leichte Unterstützung durch den sogenannten ‚Turn of the Year Effect‘ - ein Konzept, welches die letzten Wochen des Jahres beschreibt, in denen Titel die wiederum zuletzt eine schlechtere Performance hatten, nun durch bessere Bewertung überzeugen könnten und dadurch gekauft werden.

„Mit diesem Trend erwarten wir eine leichte Unterstützung für Ölfirmen und auch Aktien in den Bereichen Maschinenbau, Materialien und Capital Goods. Das sehen wir jedoch nur als eine kurzfristige Unterstützung - durchaus finden wir, dass das Aufwärtspotenzial der Zykliker und Ölfirmen über drei und fünf Jahre noch sehr attraktiv ausschaut.“

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