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Jens Kummer analysiert: Der Flash-Crash und die DAX-Rendite danach

Jens Kummer analysiert: Der Flash-Crash und die DAX-Rendite danach

Mit der Kurskorrektur von Aktien, Anleihen und anderen Assets in den letzten Tagen ist die Nervosität an den Märkten zurück. Derzeit gehen die Meinungen weit auseinander, wenn es um die Vorhersage der weiteren Entwicklung geht.

Die Optimisten halten den Kursrückgang eher für technisch getrieben als durch fundamentale Faktoren begründet und sehen einen guten Zeitpunkt für Käufe. Die Pessimisten sehen in der Korrektur eine längst überfällige Reaktion auf die überhitzten Märkte mit hohen Bewertungen. Schnell werden Parallelen mit dem Schwarzen Montag 1987 gezogen. Damals war der Dow Jones nach einer Woche mit kleineren Verlusten am 19. Oktober um knapp 23% gefallen.

Diffuse Ängste liegen in jedem Zeitpunkt vor und Tagesverluste von 3% und mehr treten öfters auf als viele Anleger vermuten. Seit 1964 verzeichnete der DAX insgesamt 188 dieser Tage. In nachfolgender Grafik sind die einzelnen Ereignisse grau markiert.

Quelle: MARS Asset Management

Auffallend ist vor allem der Anstieg dieser „Flash-Crashs“. Während in den 70er Jahren gerade einmal drei Tage mit Verlusten von mehr als 3% auftraten, stieg die Anzahl in den 80er und 90er Jahren auf 17 beziehungsweise 38 Tage. Fast 100 Tage mit heftigen Kursrückschlägen verbuchte das letzte Jahrzehnt von 2000 bis 2010. Seit 2010 traten bisher 33 Flash-Crashs auf. Die Ursache für die Verstärkung der kurzfristigen Kursrückschläge liegt vermutlich im stärkeren Einsatz von Algorithmen und Computern im Handel.

Betrachtet man die Wertentwicklung in den zwölf Monaten nach einer Kurskorrektur von mehr als 3%, dann streuen die DAX-Renditen zwischen -38% und +77%. Im Mittel wurde eine Wertentwicklung von +15,9% erzielt. Dies entspricht mehr als dem Doppelten der jährlichen DAX-Rendite von 6,7% p.a. seit 1964. Statistisch gesehen ist somit eine Kurskorrektur ein guter Einstiegszeitpunkt.

Quelle: MARS Asset Management

Es besteht aber auch eine 25%ige Wahrscheinlichkeit, dass eine negative Wertentwicklung in den zwölf Monaten nach einem heftigen Tagesverlust auftritt.

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