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Leber, Reinke und Gebhardt diskutieren: Wie stellen ACATIS, Union und Berenberg ihr Business auf?

Die drei Gründer, Vorstände und Leiter geben Einblick in die Wachstumsstrategie ihrer Unternehmen und wie Asset Manager in einem hart umkämpften Markt überleben können.

Ein harter Kampf: Wie stellen die Vorstände und CEOs ihr Unternehmen im stark umkämpften Asset-Management-Geschäft auf? Wie wichtig sind die Kosten für die Produkte im Hinblick auf die große Konkurrenz in der Branche? Sollten sich Asset Manager stärker konzentrieren oder wenn möglich so viele Produkte wie möglich anbieten? Und was sind die zentralen Punkte der jeweiligen Wachstumsstrategie?

Citywire Deutschland hat Deutschlands führende Asset Manager in einer mehrteiligen Serie genau diese Fragen gestellt. Folgend sind die Antworten des ersten Teils von Hendrik Leber (ACATIS), Hans Joachim Reinke (Union Investment) und Henning Gebhardt (Berenberg) zu finden.

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Ein harter Kampf: Wie stellen die Vorstände und CEOs ihr Unternehmen im stark umkämpften Asset-Management-Geschäft auf? Wie wichtig sind die Kosten für die Produkte im Hinblick auf die große Konkurrenz in der Branche? Sollten sich Asset Manager stärker konzentrieren oder wenn möglich so viele Produkte wie möglich anbieten? Und was sind die zentralen Punkte der jeweiligen Wachstumsstrategie?

Citywire Deutschland hat Deutschlands führende Asset Manager in einer mehrteiligen Serie genau diese Fragen gestellt. Folgend sind die Antworten des ersten Teils von Hendrik Leber (ACATIS), Hans Joachim Reinke (Union Investment) und Henning Gebhardt (Berenberg) zu finden.

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Hendrik Leber, Geschäftsführender Gesellschafter ACATIS

Wir reden offen über unsere Schwächen

Im Vergleich zu anderen Branchen ist die Finanzbranche immer noch hochfragmentiert. Selbst die größten Anbieter haben nur Marktanteile im einstelligen Prozentbereich, und dies meistens nur in ihren Heimatmärkten. Die Regulierung schützt Apotheken, Schornsteinfeger und Finanzdienstleister vor übermäßig hartem Wettbewerb. Das führt zu Trägheit. Man orientiert sich mehr an der Umsetzung gesetzlicher Vorgaben als am Kundennutzen. Es wird wahrscheinlich mehr Zeit mit dem Ausfüllen von Formularen als mit dem Research von Aktien oder der Optimierung der Anlagevorschläge verbracht. Risiken werden vermieden.

Meistens kommen die Wettbewerbsattacken dann von Seiteneinsteigern, die sich von Nischenanbietern zu echten Bedrohungen entwickeln (Beispiele Amazon, ebay, Paypal, Wirecard, Grenke). Was würde in der Branche passieren, wenn zum Beispiel Amazon die Firmen n26 und Scalable Capital kaufen würde und schlankes, kostenloses Full-Service-Internet-Banking anbieten würde? Mit defensiven Me-too-Strategien kommt man dann als Wettbewerber nicht mehr weiter.

Finanzdienstleister müssen ganz klar definieren, worin ihr Wettbewerbsvorsprung besteht - ist es die gute Kundenbeziehung, die Qualität des Produkts, sind es die Kosten, die Transparenz, die Einfachheit, die Schnelligkeit? Sehr viele Marktteilnehmer können diese grundsätzliche Frage nicht für sich beantworten.

ACATIS hat keine Wachstumsstrategie und kein Wachstumsziel - wir wollen nur unsere Arbeit gut machen. Das Wachstum sollte sich von alleine ergeben. Unsere Ziele sind Transparenz (wir wollen dem Kunden gute, zeitnahe Informationen auf Augenhöhe vermitteln), Performance durch den richtigen Anlagestil und die richtige Technologie (künstliche Intelligenz), und Verlässlichkeit und Kontinuität. Wir haben keinen Anspruch, die Kosten besonders weit nach unten zu treiben (was sind denn schon 0,1% Kosten im Vergleich zu 1,0% Outperformance?). Wir verzichten vollständig auf Effekthascherei (keine Mousepads mit unserem Logo, keine Geburtstagsständchen), wir reden offen über unsere Schwächen. Gleichzeitig geben wir viel Geld dafür aus, unseren einzigen Rohstoff „Information“ optimal zu verwerten. Das versuchen wir derzeit mit den Werkzeugen der künstlichen Intelligenz, sowohl im eigenen Haus als auch mit externen Researchpartnern. Unser Ziel ist es, mit diesen neuen Anlagetechnologien vor unseren Wettbewerbern auf der Lernkurve zu sein und Performance abzuliefern.

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Hans Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender Union Investment

Investments in die Infrastruktur

Union Investment ist ein Mitglied der genossenschaftlichen FinanzGruppe und hat sich dem aktiven Fondsmanagement verschrieben. Unser Haus betreut das Vermögen von über vier Millionen Privatkunden und mehr als 1.600 institutionellen Kunden.

Dabei läuft der Vertrieb im Privatkundengeschäft des deutschen Heimatmarkts exklusiv über alle Banken der genossenschaftlichen FinanzGruppe und in Österreich über die Volksbanken. Union Investment ist ein Vollsortimenter, jedoch legen wir unseren Fokus auf Lösungen für die drängenden Probleme der Anleger. Und dies sind die Fragen: „Wie baue ich Kapital auf?“ „Wie strukturiere ich aufgebautes Vermögen?“ und „Wie sorge ich für das Alter vor?“ Nicht von ungefähr stellen die Antworten darauf die Basis für unsere überdurchschnittlichen Vertriebserfolge dar. So betreuen wir beim Kapitalaufbau mit insgesamt rund 4,6 Millionen Sparplänen wahrscheinlich die meisten Fondssparpläne in Deutschland. Die Strukturierung des Vermögens gelingt beispielsweise mit dem PrivatFonds: kontrolliert, der seit Kurzem mit einem Volumen von mehr als €18 Milliarden der größte Publikumsfonds Deutschlands ist. Und in der Altersvorsorge sind wir mit knapp 1,9 Millionen Riester-Sparern der größte Anbieter der Riester-Rente.

Im institutionellen Kundengeschäft hat sich unser Haus schon vor 15 Jahren mit hoher Kompetenz im Risikomanagement am Markt etabliert. Zugleich spielt das Thema der nachhaltigen Geldanlagen eine immer wichtigere Rolle bei institutionellen Investoren. Inzwischen managen wir für diese Kundengruppe €42 Milliarden in nachhaltigen Anlagen und sind damit in Deutschland der führende Anbieter.

Wir verfolgen eine profitable und vorzugsweise organische Wachstumsstrategie, die zum einen das Momentum des Fondsgeschäfts im Umfeld niedriger Zinsen nutzt. Zum anderen investieren wir konsequent in unsere Infrastruktur, um auch zukünftig schnell, beweglich und vernetzt agieren zu können.

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Henning Gebhardt, Leiter Wealth und Asset Management Berenberg

Vollsortimenter oder Spezialist?

Im Asset Management von Berenberg setzen wir unseren Schwerpunkt ganz klar auf aktiv gemanagte Fonds, sowohl diskretionär als auch quantitativ. Wir wollen der „Fünf-Sterne-Asset-Manager“ sein. Dabei wollen wir vor allem mit unserer Produktqualität punkten. Unsere Fonds und Anlagestrategien sollten stets zu den besten ihrer Vergleichsgruppe gehören, wie man zum Beispiel am Berenberg Aktien Strategie Deutschland oder dem Berenberg European Micro Cap sehen kann. Ähnliches gilt für unsere quantitativ gemanagten Strategien.

Der Preis für die Produkte ist in diesem Markt sicherlich ein wichtiger Faktor, letztlich wird unseres Erachtens am Ende aber immer die Qualität entscheiden. Was nutzt dem Anleger ein Produkt, das zwar günstig ist, aber kein vernünftiges Rendite/Risikoprofil aufweist? Deshalb bin ich der Überzeugung, dass in einer zunehmend transparenteren Welt neben einer tiefen Kundenbeziehung die Performance eine immer größere Rolle spielen wird. Nur dafür wird der Kunde bereit sein zu zahlen.

Die Frage nach der Konzentration betrifft in meinen Augen vor allem einige große Häuser. Letztlich muss sich jedes Haus die Frage stellen, ob man ein Vollsortimenter sein will und das auch leisten kann oder ob man sich auf einige starke Bereiche konzentriert, so wie wir es tun. Das ist auch unser Weg in die Zukunft: Unser Schwerunkt ist Aktienfondsmanagement, diskretionär oder quantitativ in höchster Qualität gemanagt. Dazu gehört in meinen Augen auch ein starker Fokus auf ESG, einen Bereich, den wir ebenfalls sehr stark ausbauen.

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