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Privatbank von J.P. Morgan erwartet Hedgefonds-Outperformance

Klassische Anleihen verlieren dagegen an Bedeutung, sowohl zur Absicherung als auch bei der Generierung von regelmäßigem Einkommen.

Privatbank von J.P. Morgan erwartet Hedgefonds-Outperformance

Die Privatbankeinheit von J.P. Morgan erwartet, dass Hedgefonds eine bessere Wertentwicklung als festverzinsliche Kernanlagen erzielen werden. Das schreibt der Global Marktes Council, der aus Ökonomen, Portfoliomanagern und Strategen der J.P. Morgan Private Bank besteht, in seinem Ausblick 2021.

Als Kernanleihen bezeichnet die Bank beispielsweise Staats- und Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Bewertungen oder hochwertige hypothekenbesicherte Wertpapiere. Zwar sei diese Art von Anleihen weiterhin wichtig für die Diversifizierung eines Portfolios. „Allerdings erfüllen sie diese Funktion möglicherweise nicht mehr so zuverlässig wie früher“, so die Experten. Daher setzt die Privatbank auf Hedgefonds als Ergänzung zu klassischen Anleihen.

„Im Jahr 2020 haben die von uns verwalteten Hedgefondsportfolios die gleiche Wertentwicklung erzielt wie Aggregate Bonds, und in Zukunft erwarten wir bei der Outperformance von Hedgefonds gegenüber Kernanleihen eine geringere Volatilität als bei Hochzinspapieren. Um hier gute Ergebnisse zu erzielen, konzentrieren wir uns auf effektive, dynamische Manager, die in Nischenbereichen des Marktes tätig sind“, so das Gremium. Bei den bespielten Nischen handle es sich zum Beispiel um Spezialsituationen bei Aktien, strukturierte Kredite, Fusionsarbitrage und Devisen. Diese Hedgefonds-Strategien sollen die Anleger der Bank vor Volatilität schützen.

Doch auch bestimmte Aktien könnten künftig diesen Schutz ermöglichen. Unternehmen mit robusten Bilanzen und stabilen Wachstumsprofilen könnten in volatilen Märkten zum Kapitalschutz beitragen, heißt es. Gleichzeitig biete die Volatilität Opportunitäten für Anleger: „Die implizite Volatilität an den Aktienmärkten ist nach wie vor erhöht, was Chancen für strukturierte Schuldverschreibungen und erprobte aktive Manager schafft, die flexibel genug sind, Portfolios bei Ausverkäufen schnell neu zu positionieren“, schreibt der Council.

Wer generell regelmäßige Erträge mit Anleihen anstrebe, dem drohten „düstere Aussichten“. Denn das Renditeumfeld werde sich nicht ändern. Zwar sei die US-Notenbank Federal Reserve grundsätzlich bereit, bei einer Erholung die Zinsen zu erhöhen, doch sei das an die Voraussetzung der Vollbeschäftigung in den USA und eine Durchschnittsinflation von 2% geknüpft. „Bis diese Kriterien erfüllt sind, ist es noch ein langer Weg“, so das Gremium. In Europa und Japan seien Zinserhöhungen noch unwahrscheinlicher.

Um regelmäßige Erträge zu verbessern, könnten Anleger entweder auf verlängerte Durationen umstellen und auf aktiv gemanagte Portfolios mit hypothekenbesicherten Papieren und Unternehmensanleihen setzen oder insgesamt das Risiko auf der Anleiheseite erhöhen. „Unser bevorzugter Bereich hierfür ist der Markt für hochverzinsliche Unternehmensanleihen, wobei die obere Kategorie dieses Segments besonders gute Anlagechancen bietet. Der Index für Titel mit BB-Rating weist eine Rendite von etwa 5% auf, und wir gehen davon aus, dass die Ausfallquoten bereits ihren Höhepunkt erreicht haben“, so die Private Banker.

Allerdings heißt es von der Bank auch: „Konzentrieren Sie sich auf reale Vermögenswerte!“ Zentralbanken werde es voraussichtlich gelingen, die Inflation leicht zu steigern, was Assets wie Aktien, Immobilien, Infrastruktur und Rohstoffen Aufwind geben würde. Zudem sollten sich Investoren auf eine steiler werdende Renditekurve einstellen. Daneben sei von einer globalen Erholung auszugehen, die auch in zyklischen Bereichen wie Industrie, Grundstoffe, dem Bauwesen und Technologie-Hardware Opportunitäten mit sich bringe. Megatrends wie die digitale Transformation, der nachhaltige Wandel und das Gesundheitswesen seien weiterhin besonders attraktiv.

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