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Vermögensverwalter wachsen stark und nehmen Großbanken die Kunden weg

Vermögensverwalter wachsen stark und nehmen Großbanken die Kunden weg

Das Wachstum der unabhängigen Vermögensverwalter habe in 2017 hinsichtlich der Kundenzahl und der verwalteten Assets deutlich zugenommen. Das geht aus einer wissenschaftlichen Untersuchung des Institut für Vermögensverwaltung (InVV) an der Hochschule Aschaffenburg hervor.

Auffällig sei laut dem InVV, dass Vermögensverwalter mit über €500 Millionen Assets ihre Neukunden vor allem von Großbanken gewannen (78%). Kleinere Unternehmen profitierten hingegen durch wechselnde Kunden, weg von Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken (durchschnittlich 52%).

Auch das aktuelle Bankenumfeld, das sich fundamental wandele, spiele eine große Rolle für die Branche der Vermögensverwalter. Für die weitere Zukunft seien über 70% der Befragten optimistisch, dass sich der Zuwachs beim verwalteten Vermögen fortsetzen wird. „Einen so hohen Wert sehen wir in unserer Befragung zum ersten Mal“, sagt Institutsleiter Hartwig Webersinke.

„Die unabhängige Vermögensverwaltung bleibt nach wie vor eine attraktive Zukunftsbranche mit guten Erwerbsaussichten und einer hohen Eigenkapital-Rentabilität“, so Webersinke. Der Optimismus der Vermögensverwalter fuße hauptsächlich in der geschäftlichen Entwicklung der Branche; im Jahr 2017 sei das verwaltete Vermögen über alle Unternehmensgrößen hinweg bei 50% der Vermögensverwaltungen angestiegen.

Neue Bestandskunden und gute Performance als Treiber

Gründe für diese Entwicklung seien insbesondere die Aufstockungen von Bestandskunden und der Gewinn neuer Kunden, aber auch die Performance durch die Börsenentwicklung. In 34% der Fälle sei ein „starker Anstieg“ von mehr als 30% bei den Assets under Management feststellbar gewesen; bei rund 9% blieben die AuM konstant. Einen Rückgang bei den AuM mussten lediglich 7% hinnehmen.

Für die Gewinnung neuer Mandate sei insbesondere die persönliche Empfehlung zufriedener Kunden von Bedeutung (zwischen 78 und 97%). Auch Veranstaltungen und die Zusammenarbeit mit neuen Beratern seien erfolgversprechende Maßnahmen. Ebenfalls wichtig sei die Pressearbeit, über die durchschnittlich 15% der Unternehmen Zugang zu neuen Kunden gefunden hätten. Soziale Netzwerke tragen vor allem bei größeren Vermögensverwaltungen zum Wachstum bei (13%).

Die größten Bremsen für das Wachstum der Branche seien hingegen der Erwerb von Immobilien durch die Kunden (68%) wie auch der Tod von Kunden (53%). Demgegenüber rangiere die Unzufriedenheit über die Performance als Grund für den Abzug von Geld deutlich weiter hinten (22%), während hohe Kosten in nur 4% der Fälle als Grund für den Weggang angegeben wurden.

Das InVV untersucht jährlich die Branche der bankenunabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland und deckt bei der Auswertung rund die Hälfte der Anbieter ab.

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